Samstag, 18. November 2017

Into deep - intensiv leben

Ich war ein paar Tage offline in den Bergen. Am Autillus-Projekt weiterarbeiten. Schreiben. Wandern.

Zum Autillus-Projekt: Es ist noch nicht spruchreif, denn noch immer können mir bürokratische Hindernisse in den Weg kommen. Ich arbeite trotzdem mit viel Freude daran, denn wenn das, was ich vorhabe, nicht klappt, habe ich einfach einen genial schönen Privatraum im Stall in den Bergen. Die letzten paar Tage bin ich einen grossen Rutsch vorangekommen. Was ich schon mal verraten kann: All die Bücher in den Bildern am Ende des Beitrags stammen von Schweizer Kinder- und Jugendbuchschaffenden (AutorInnen und IllustratorInnen).

Zum Schreiben: Ich bin nicht sicher, ob ich die 50'000 NaNoWriMo Wörter schaffe. Mein Krimiplot wird immer dichter, und eigentlich müsste ich jetzt im Text zurückgehen und einige Textstellen ändern / anpassen. Weil das bei NaNoWriMo zeitlich schlicht nicht drinliegt, notiere ich mir laufend Dinge, die ich beim Überarbeiten ändern will. Gestern habe ich kurz überlegt abzubrechen, mich aber umentschieden. Ich will diesen Flow nützen und den Rohentwurf fertig machen. Ein grosser Problempunkt im Augenblick: Mein Krimi ist zu statisch, das muss ich dringend ändern.

Zum Wandern: Über dem Nebel. Bei strahlend blauem Himmel. Zuckerweissen Bergspitzen. Buntem Herbstwald. Im Kopf wachsen die Ideen.

Generell: Ganz viel Zeit und Musse. Mir wird immer bewusster, wie viel Zeit ich hier im Tal unten mit Social Media verbrate. Ich fahre deshalb einen Teil davon runter. Einen ersten Schritt habe ich gestern getan: Ich habe meine private Chronik auf FB auf Eis gelegt und werde fortan nur noch auf meiner Facebook-Autorenseite aktiv sein. Meine Social Media Schwerpunkte lege ich neu auf Instagram, youtube und vor allem zurück in diesen Blog.

Instagram mag ich, weil ich Bilder mag. Ich mag es, weil dort auch die Jugendlichen sind, die meine Bücher lesen und besprechen. youtube begeistert und fasziniert mich, weil ich auch bewegte Bilder sehr mag. Ich möchte wieder mehr Videos machen.

Am persönlichsten waren die ganzen Jahre immer die Beiträge hier im Blog. Hier geht alles tiefer als auf allen anderen Medien. Das Private, also das Familienleben bleibt jedoch auch hier - mit seltenen Ausnahmen - aussen vor.

So, und jetzt zu den Bildern von meinem Projekt in den Bergen:






Sonntag, 12. November 2017

Die Sinnfrage hat sich geklärt

Monatelang habe ich wenig bis nichts geschrieben. Es ging nicht mehr. Nicht, weil ich eine Schreibblockade hatte (ich glaube nicht an Schreibblockaden), sondern weil mich die Branche, in der und für die ich arbeite, schlicht zermürbt hat. Ich sah nicht mehr ein, weshalb ich für extrem wenig Geld monatelang an einem Buch arbeite, das dann im Meer der Neuerscheinungen gnadenlos absäuft, u.a. weil mein Titel einfach ein Katalogfüller ist, den man mehr oder weniger sich selbst überlässt. Ich brachte keine Motivation mehr auf, mich für einen bescheidenen Vorschuss auf eine Deadline hin abzuhetzen. Da arbeitete ich lieber für den eigenen Verlag, wo das mit dem Geld zwar auch (noch) nicht wirklich stimmt, dafür die Chemie zwischen uns drei Verlegern und unseren AutorInnen. Ich war lieber im Garten, in den Bergen oder mit einem Pinsel in der Hand unterwegs. 2017 war das erste Jahr, in dem ich vertragslos blieb. Ich hatte zwar tolle Ideen für Geschichten, sah aber keinen Sinn mehr darin, sie aufzuschreiben. Es gibt für alles eine Schmerzgrenze, und die hatte ich mehr als erreicht.

Dann fuhr ich nach Laichingen. Die Autorenbetreuung hätte nicht besser sein können, die Organisation auch nicht, die Lesungen schon gar nicht. Ich schaute in die Gesichter meiner jugendlichen ZuhörerInnen und wusste wieder, warum ich schreibe. Voller Übermut meldete ich mich bei NaNoWriMo an, das ich im Augenblick voll durchziehe. Dann kamen die Zentralschweizer Lesungen (was das "Volldurchziehen" von NaNoWriMo etwas schwierig macht). Am Donnerstagabend kam ich von der ersten Lesewoche zurück, voller Eindrücke und Erinnerungen. Herr Ehemann und ich haben beim gemeinsamen Nachtessen über meinen Beruf geredet. "Blende die Branche aus", hat er gesagt. "Für die tust du das nicht. Du tust das für die Jugendlichen, für deine LeserInnen." Er hat recht. Und wisst ihr was? Ich tu es auch für mich.

Am Dienstag bin ich für Lesungen in Feldkirch, nächste Woche kehre ich für eine weitere Lesewoche nach Luzern zurück. Ich werde tolle Begegnungen haben, in den lesefreien Zeiten meinen NaNoWriMo-Text in die Tasten hauen - und im Dezember mein Kinderbuch in Angriff nehmen. Dabei werde ich mein ureigenes GaPriWriMo-Dezemberschreiben veranstalten (Gabathuler's Private Writing Month). Ohne Vertrag, ohne Deadline. Anfang nächstes Jahr werde ich beide Projekte - meine NaNoWriMo Geschichte und meine Kindergeschichte - überarbeiten und dann schauen, was ich damit mache.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Getting ready for the tour

Draussen zeigt das Wetter, was es an Garstigkeiten so drauf hat. Da bleib ich lieber drinnen und bereite mich auf die grosse Lesetour im November vor: Mails mit Lehrpersonen. Auf GoogleMap gucken, wo die Schulhäuser sind. Nächste Busstation / nächsten Bahnhof finden. Fahrpläne heraussuchen. Für jeden Tag ein kleines Dossier für mich erstellen, damit ich mich unterwegs nicht mit logistischem Kram beschäftigen muss usw. Es reicht mir, wenn ich mich dann auf der Tour mit Ticketautomaten herumschlagen darf, die mir nur Zonen anzeigen und nicht Orte, als ob ich sämtliche Zonennetze in der Schweiz kennen würde.

Freitag, 27. Oktober 2017

Was man so alles tun kann, wenn keine Deadline drückt, Teil 2

Man kann sich zum Beispiel Hals über Kopf bei #NaNoWriMo anmelden und sich vornehmen, im November 50'000 Wörter zu schreiben, auch wenn man genau dann zwei Wochen auf Lesetour ist. Da bei diesem Novemberschreiben alles möglich ist (na ja, ausser Romantasy; schliesslich will Frau Spass haben an ihren Figuren und ihrem Plot), wage ich mich in neue Gefielde und schreibe einen witzigen Krimi für Erwachsene, der zu einer Serie ausarten könnte. Ich habe tolle Figuren erfunden, ein Setting, in dem ich mich ausgesprochen wohl fühle und einen Grundidee, mit der sich herrlich spielen lässt. Das Notizbuch füllt sich, die Schreiblust wächst. Und weil noch nicht November ist, ich aber mittlerweile meine Auszeit genutzt und beinahe alle to-do-Listen abgearbeitet habe, habe ich in diesen Tagen doch tatsächlich Zeit für die Kindergeschichte, die schon lange in meinem Kopf herumschwirrt. Irgendwie ziemlich produktiv, dieser Herbst ohne Deadline.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Was man alles so tun kann, wenn keine Deadline drückt, Teil 1

Keine Deadline diesen Dezember. Folge: Ich bin seit Jahren nicht mehr so entspannt durch den Herbst gegangen wie dieses Jahr. Ich war viel in den Bergen unterwegs, entweder zum Wandern oder Arbeiten. Wobei "arbeiten" für einmal nicht für "schreiben" steht, sondern für ein neues Projekt. Anfang 2018 will ich damit starten. Im Augenblick laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ich streiche, bastle und "restauriere" (na ja, grosses Wort für da, was ich tue *hüstel*) Möbel, packe kistenweise Bücher aus, erfasse sie auf dem Laptop und träume dabei vor mich hin. So viel sei schon mal verraten: Es geht um Autillus, den Verein der Schweizer Kinder- und Jugendbuchschaffenden. Das hier sind sozusagen die "fast-vorher"-Bilder (ein wenig habe ich da schon gearbeitet). Mehr später.





Montag, 9. Oktober 2017

Heute, unterwegs - oder wenn das Chaos Rock'n'Roll tanzt

Ich bin sehr gerne zu Fuss unterwegs. Wahrscheinlich ist Wandern für mich das, was für andere Leute Yoga ist. Ich kann dabei meine Gedanken schweifen lassen. Manchmal kommt dabei Ordnung ins Chaos, und manchmal tanzt das Chaos Rock'n'Roll. Ich mag beides. Heute, auf dem Weg von St. Moritz nach Sils war Rock'n'Roll angesagt. Ich hab das Chaos tanzen lassen. Die Ideen sind in meinem Kopf herumgewirbelt und ich habe ihnen einfach zugehört, ohne sie einfangen zu wollen.

Während die Gedanken tanzten und ich ihnen zuhörte, setzte ich einen Fuss vor den anderen und tauchte ein in die Schönheit der Natur. Irgendwie irre: So wilde, freie Gedanken und gleichzeitig eine ungeheure Ruhe in mir drin. 




Freitag, 6. Oktober 2017

Kürzlich, beim Zugfahren

Ich sass im Morgenzug nach Zürich, unterwegs zu Workshops in Luzern. Vor mir auf dem Tischchen lagen mein Notizbuch und die Schreibschachtel. Ich wollte den in Gedanken vorbereiteten Workshopablauf noch einmal durchgehen und Stichworte zu den einzelnen Bereichen notieren. Während ich das tat, begannen die beiden Männer auf der anderen Seite des Ganges ein Gespräch. Es ging um Arbeitsbedingungen in einer Branche, die mit meiner auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam hat. Ich kam mit meinen Notizen gut voran und zog danach meine Reiselektüre aus dem Rucksack. Zum Lesen kam ich nicht, denn ich bemerkte, dass die Branche, die auf den ersten Blick nichts mit meiner gemeinsam hat, sehr wohl sehr vieles mit ihr gemeinsam hat.

Es ging um harten Konkurrenzkampf, um Preiskämpfe, um die Grossen und Kleinen der Branche, um Kreativität und darum, wie schwierig die Bedingungen sind. Dabei redete vor allem einer der beiden Männer. Ruhig, besonnen, unaufgeregt. Er sprach über Fakten. Über Dinge, die er nicht ändern kann. Über Gegebenheiten, um die es kein Drumherum gibt. Über die Schwierigkeit, sich zu behaupten. Über Kreativität. Über Qualität. Darüber dass diese beiden Dinge ihren Preis haben, den leider viele Leute nicht zu zahlen bereit sind.

Ich bemerkte: Ich bekomme gerade kostenlos einen echt brauchbaren Lebensworkshop. Also zog ich mein Tagebuch aus dem Rucksack und begann mitzuschreiben.

Am Ende der Fahrt wollte ich mich bedanken, aber die beiden Männer waren zu sehr in ihr Gespräch vertieft. Ich wollte nicht stören. Aber ich habe den Mann, dem ich ganz viel Motivation verdanke, heute im Internet gesucht und gefunden und ihm eine Dankesmail geschickt.

So ist es, das Leben. Immer wieder gut.

Dienstag, 26. September 2017

Und sonst so?

(in Random Order und bestimmt nicht vollständig)

- Habe ich letzte Woche die erste Trockenmauer meines Lebens selber gebaut - ganz allein (und bin verdammt stolz drauf).

- Habe ich letzte Woche dank einem jungen Buchblogger Buchpremiere von Hundert Lügen gefeiert.

- Bin ich zum ersten Mal seit vielen Jahren vertragslos.

- Liegen ziemliche Ausnahmewochen hinter mir (zu privat, um gebloggt zu werden).

- Hat unsere Buchband da bux die zweite Edition veröffentlicht und gefeiert.

- Macht mich die Arbeit für da bux sehr glücklich.

- Sind die Rahmenbedingungen für Kinder- und JugendbuchautorInnen mittlerweile derart schlecht, dass die Sinnfrage zu mächtig wurde und ich mir eine Auszeit vom Schreiben gönne. (Ausnahme: Schreiben für da bux)

- Bin ich dieses Jahr viel gereist, weil auch Herr Ehemann eine Auszeit vom Beruf nimmt.

- Merke ich einmal mehr, wie sehr ich meine Familie liebe und wie wichtig sie mir ist.

- Bin ich bei der Ausschreibung einer Hörserie fürs Radio Zweite geworden - und darf wahrscheinlich die Idee trotzdem umsetzen, einfach kürzer.

- Liegt bei mir beim Nähen von Vorhängen und Kissen noch Luft nach oben drin.

- Sollte ich endlich wissen, wie das Tattoo aussehen wird, das ich mir dieses Jahr stechen werde (ein Versprechen an Herrn Freund von Frau Tochter)

- Träume ich von neuen Projekten abseits vom Schreiben.

- Habe ich Hausfrau Hanna getroffen, eine wunderbare Frau, die mir unendlich guttut.

- Habe ich mir vorgenommen, wieder mehr zu bloggen.

- Könnte ich mal wieder Mützen stricken. (Will jemand eine?)

Montag, 25. September 2017

Buchpremieren sind so was von gestern - Eventitis ist in

Einen Tag vor der Schweizer Buchpremiere von "Hundert Lügen" guckte ich auf der FB-Seite des Verlags nach, ob da ein Veranstaltungshinweis zu finden ist. Es war einer da. Aber nicht auf die Buchpremiere, sondern auf einen Live-Event bei Facebook. 30 Minuten lang konnte man zuschauen, wie ein Buch auftaut. "Aha", sagte ich mir. "Frau Autorin, Premierenlesungen sind für Leute von gestern. Du musst was bieten. Etwas Neues. Etwas Besonderes. Etwas Krasses. Etwas Ultimatives."

Ultimativ, dachte ich. Das klingt gut. Ultimativ ist das neue Ding. Also habe ich mich ultimativ wegrationalisiert (wer braucht schon so altertümliche Autorinnen wie mich) und das Buch die Lesung selber machen lassen. Ja, genau. Bei mir hat das Buch selber gelesen. Mittels Gedankenübertragung. Hat funktioniert (das Video beweist es). Die Leute haben sich bestens unterhalten. Auch ohne mich.

Blöderweise hatte ich die Folgen nicht bedacht: Das Buch wollte das ganze Honorar für sich. Es hat sich damit ein Bahnticket nach Italien gekauft und ist gleich nach der Lesung losgefahren. Gestern lag eine Postkarte in meinem Briefkasten: "Habe da so ein schnuckeliges rosa Buch kennengelernt. Bleibe länger. Schick mehr Geld."

Ich habe heute als Putzkraft in einer Bäckerei angeheuert.

PS: Der Hinweis auf die Lesung wurde dann doch noch aufgeschaltet, weil Frau Autorin ... ach, lassen wir das und gucken lieber Eventitis.



Sonntag, 27. August 2017

Ich habe Post bekommen!

Gleich zwei tolle Pakete an einem Tag! Der Zytglogge Verlag hat mir ein Belegsexemplar der "Villa Wahnsinn" geschickt, und Kinderthur hat sich für meine Teilnahme an ihrem Lesesommer bedankt.

"Villa Wahnsinn" habe ich fürs Zambo von Radio srf geschrieben, Elena Rutmann hat es toll vertont, und zu meiner grossen Freude bringt es der Zytglogge Verlag jetzt mit einem wunderschönen Umschlag als CD raus.

Bei Kinderthur durfte ich dieses Jahr mit Lesetipps am Lesesommer teilnehmen - und habe dafür auch noch ein im wahrsten Sinne des Wortes süss verpacktes Danke erhalten.


Dienstag, 22. August 2017

Darf ich vorstellen: Unsere Vorgartenbibliothek

Was endlos lange währt ...
 
Woran eigentlich nur noch ich geglaubt habe: Unsere Vorgartenbibliothek ist tatsächlich fertig geworden. Wir haben uns zudem in letzter Sekunde entschieden, die Bibliothek dort aufzustellen, wo bis jetzt unser (potthässlicher) Briefkasten an die Stallwand geschraubt war. Und deshalb ist das Knuffelhäuschen jetzt Bibliothek und Briefkasten gleichzeitig. Es fehlt nur noch ein wenig Deko unter dem neckischen Dach.

Ein paar Fakten: Es hat Platz für 20 Bücher. Man kann sie ausleihen oder auch behalten. Die Lücken werden laufend aufgefüllt und die Bücher generell immer mal wieder ausgetauscht. Beim Einräumen habe ich gemerkt, dass das Angebot doch sehr krimi- und thrillerlastig ist und Fantasy gänzlich fehlt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

PS: Ja, wir hätten das Dach weiter runterziehen müssen. Zu spät. Und: Nobody is perfect.
 

Samstag, 19. August 2017

Schweizer Buchpremiere von "Hundert Lügen"

Am 19. September lese ich in der Bibliothek zum Chutz in Muttenz aus "Hundert Lügen." Organisiert hat die Schweizer Buchpremiere Josia Jourdan, der jüngste Buchblogger der Schweiz. Er wird die Lesung auch moderieren.




Mittwoch, 9. August 2017

Auszeit

Ich sass da, vor dem Ferienhaus auf meiner Lieblingsinsel, plottete an einem Konzept herum, schaute über die Bucht und hing meinen Gedanken nach. Es war friedlich, es war ruhig in mir, es war wunderschön. Die Tage auf der Insel taten mir gut. Ich stellte das Konzept fertig und kam zu einem Entschluss: Ich nehme, was das Schreiben angeht, eine Auszeit, konzentriere mich auf unseren da bux Verlag, setze in aller Ruhe den Text meines nächsten SP Projekts (eine Neuauflage eines vergriffenen Titels) und mache erst einmal ganz viele andere Dinge. Keine Bange, Lesestoff von mir gibt es trotzdem genug: Während ich in den Ferien war, ist "Hundert Lügen" erschienen, und im September kommt "Voll Risiko" heraus.

Dienstag, 18. Juli 2017

Hundert Lügen ist unterwegs zu euch!

Musik spielt immer eine grosse Rolle beim Entstehen meiner Bücher. Bei Hundert Lügen ist sie der Ursprung zur Geschichte. So fing es vor beinahe drei Jahren an:

Ich stand im Konzert von The Beauty of Gemina. Die Musiker stimmten den Song Dragon an und mich traf so etwas wie der Blitz. Ich wusste in jenem Moment, dass ich zu diesem Lied ein Buch schreiben würde. Dabei ging ich von der Stimmung im Song aus, liess mich von einzelnen Songzeilen inspirieren und schuf die Romanfiguren aus dieser Stimmung heraus. Auch die Geschichte wuchs nach und nach den Songzeilen entlang, wobei ich noch andere Lieder der CD Ghost Prayers mit hinein fliessen liess. Hier könnt ihr in den Song Dragon reinhören.

Einmal mehr hat mich Michael Sele inspiriert - und einmal mehr durfte ich seine Songtexte auch im Buch verwenden. Dafür kann ich ihm nicht genug danken.

Weil ich keine Fantasy schreibe, musste ich mir für den Drachen und die Prinzessin etwas einfallen lassen. Was? Das könnt ihr in Hundert Lügen nachlesen.

Wie viele Lügen haben in zehn Jahren Platz? Hundert? Tausend? Hunderttausend? Zu viele.
Die Geschwister Manon und Kris waren unzertrennlich. Bis ein Sommercamp ihre unbeschwerte Kindheit brutal beendete. Ihre Familie zerbrach, ihre Leben drifteten auseinander. Während Kris seinem inneren Monster davonläuft, verliert sich seine Schwester Manon in ihren Gefühlen. Drohbriefe an ihren Vater bringen die beiden wieder zusammen – und aus den Spielen von einst wird zum zweiten Mal blutiger Ernst. Verdächtigungen. Anschuldigungen. Lügen. Und am Ende aller Lügen wartet unbarmherzig die Wahrheit.

PS: Das Buch kommt diese, nächste und an einigen Orten vielleicht auch übernächste Woche in die Buchläden. Sollte der Buchladen eures Vertrauens das Buch nicht führen, wäre ich dankbar, wenn ihr den Buchhändler / die Buchhändlerin auf Hundert Lügen aufmerksam machen würdet.

Montag, 10. Juli 2017

Inspiration pur

Sommerzeit ist immer auch Schreibzeit. Am besten (weil am konzentriertesten und fokussiertesten) schreibe ich im Haus in den Bergen, wo ich nicht nach der Uhr lebe, kein Internet habe, keine Nachrichten höre und mich zwischen den Schreibblöcken als Landschaftsgärtnerin betätige. Der Garten in den Bergen ist steil und wild, es wächst nur das, was besonders zäh und widerstandsfähig ist (also vor allem Unkraut). Die Arbeit ist hart (Steilhang!), aber total schön und befriedigend. Und wenn ich Lust auf Abkühlung habe, stelle ich mich einfach in den Bach, der durch das Grundstück fliesst.

Dieses Leben in und mit der Natur ist eine unendliche Inspirationsquelle: Obwohl ich stundenlang im Gelände herumgewuselt bin, ist die letzten vier Tage ein ganzes Konzept mit Langexposé und Leseprobe entstanden. Ich habe jetzt Zeit bis Ende Juli, es zu feilen und zu schleifen. Dann schicke ich es ein - danach gilt es: Daumen drücken!









Samstag, 1. Juli 2017

Bestseller-Luft schnuppern

Ich lege hier gerade ein kleines Freudentänzchen hin. Mein "Blackout" schnuppert bei Buchhaus.ch ein wenig Bestseller-Luft.


Das Buchhaus (Balmer, Lüthy und Stocker) ist in der Schweiz so ziemlich die einzige Buchladenkette, die meine Bücher gut sichtbar im Laden führt. Es gibt Ketten, die meine Bücher gar nicht in den Regalen haben und dann noch jene, auf denen irgendwo in einem Regal unter dem Buchstaben G eins oder zwei meiner Bücher praktisch unsichtbar eingequetscht sind. Ganz ehrlich: Ja, das nervt, vor allem in der Schweiz. In Deutschland verstehe ich das (die haben selber sehr viele gute deutsche AutorInnen), aber in der Schweiz erwarte ich, dass die eigenen AutorInnen ein besseres Plätzchen bekommen (oder wenigstens ein Plätzchen).

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich deshalb eine der Ketten angeschrieben. Ich war damals auf Zürcher Lesetour und auf die Frage, wo man meine Bücher denn kaufen könne, konnte ich nicht einmal auf diese Kette verweisen, denn ich wusste, dass meine Bücher dort nur in absoluten Kleinstmengen (wobei hier Menge das total falsche Wort ist) im Laden zu kaufen waren. Meine Mail war zugegebenermassen etwas direkt, aber nicht unhöflich. Unter anderem schrieb ich, dass ich es langsam leid bin, bei allen meinen Lesungen auf die Frage "Wo bekomme ich Ihr Buch?" auf den lokalen Handel hinzweisen, wenn ich doch genau weiss, dass der lokale Handel meine Bücher höchst selten führt - und ich so langsam zur Antwort "bei Amazon" tendiere. Der einzige Grund, dies nicht zu tun, liegt an den kleinen Buchläden und Ketten wie dem Buchhaus. Also an Buchhandlungen, in denen engagierte BuchhändlerInnen nicht einfach nur die Massenware verkaufen, sondern eben auch Bücher wie meine.

PS: Die Antwort der angeschriebenen Ladenkette hat mich dazu gebracht, dort im ganzen Leben nie mehr ein Buch zu kaufen: "Empfehlen Sie doch statt Amazon unseren Online-Shop." Nö, Leute. Einfach nö. Ich empfehle immer noch die kleinen, lokalen Buchläden - und das Buchhaus :-)

Freitag, 30. Juni 2017

Voll Risiko

Die Idee verdanke ich meiner Tochter. Sie machte ein Praktikum an einer Heilpädagogischen Schule und bat mich um Lesefutter für ihre Jugendlichen. Ich gab ihr das einfachste Buch, das ich finden konnte.

Sie: Zu schwierig.
Ich: Dann schreib ich was für diese Jungs und Mädels.

Das war vor mehr als zwei Jahren. Erst einmal gründete ich zusammen mit Tom Zai und Stephan Sigg den da bux Verlag, in dem wir einfache, aber packende Geschichten für leseschwache Jugendliche veröffentlichen. Im zweiten Programm ist nun mein Buch für Heilpädagogische Schulen sowie den Deutschunterricht für jugendliche Migranten und extrem leseschwache Jugendliche dabei.

Ich wusste, dass sehr einfach schreiben sehr schwierig ist. Und so war es dann auch, vor allem, weil ich mich nicht an die Normen der "einfachen Sprache" halten wollte, sondern lebensechte Geschichten aus dem Herz und dem Bauch heraus schreiben wollte. Zum Glück hatte ich mit Tom Zai einen wunderbaren Lektor an meiner Seite (DANKE!)

Im September geht das Buch in den Praxistest, also in die Klassenzimmer zu den Jugendlichen. Ich bin gespannt! Zu weiteren Infos und zur Leseprobe geht es hier.


Sonntag, 25. Juni 2017

Wie ich fast youtube-Star wurde

Ich wollte ja youtuber-mässig auf megacool machen. Auch mal so ein "unboxing"-Video drehen, wo aufgeregte booktuber gefühlte zwei Stunden lang mit Scheren herumfuchteln, Schachteln in die Höhe halten, um sie dann wie Wundertüten zu öffnen, natürlich nicht, ohne mindestens 100 Mal zu erwähnen,von wem denn die tollen Artikel kommen, für wen sie sind, wie sehr sie sich darauf freuen, sie "gleich" zu sehen und was sie dann damit machen, falls sie es noch in diesem Leben schaffen, die Box zu knacken. Kurz: Ich wollte auch mal aus dem Öffnen einer Schachtel eine abendfüllende Show mit grenzenlosem Unterhaltungswert machen.

Und dann hat Herr Ehemann das Paket geöffnet, während ich meine Blümchen im Garten gegossen habe. Tja, das war's dann mit den 100'000 Klicks und dem grossen Ruhm.

Deshalb ohne Video, ohne Scheren, ohne Show: Hier sind sie, die Autogrammkarten zu meinem neuen Buch.


PS: Ihr könnt meinen youtube-Kanal auch boosten, indem ihr ihn abonniert. DANKE.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Mit Krönchen, aber keine Prinzessin

Stell dir vor, du bekommst einen Preis und hast keine Ahnung.

Das kam so: Herr Ehemann und ich fuhren Anfang Juni in die Ferien, und in den Ferien bin ich offline. So ziemlich, wenigstens. Natürlich gucke ich ab und zu in meine Mails, vor allem während der letzten Ferien, weil wir mit unserem Verlag da bux gerade in einer entscheidenden Vorbereitungsphase stecken. In der ersten Woche war das schwierig, weil wir in einem Bergdorf in einem Haus ohne Internet wohnten - eine sehr langsame Verbindung gab's an der 11 km entfernten Strandbar und ihr versteht sicher, dass ich nur die Verlagsmails geöffnet und beantwortet habe. So habe ich denn auch eine Mail, die sehr nach Spam aussah, gar nicht erst geöffnet (es wäre die Mail gewesen die mich wenige Tage vor der Preisverleihung über die Nomination informiert und zur Preisverleihung eingeladen hat).

Als ich mich nach zwei Wochen wieder in meine Social Media Kanäle einklinkte, guckte mir eine fröhliche Elena Rutman mit Krönchen auf dem Kopf entgegen und gratulierte mir zum Preis. Zum Glück erwähnte sie auch, was für ein Preis und wofür. Sonst hätte ich nämlich echt nur Krönchen verstanden.

Auf gut Schweizerdeutsch ist ein Krönchen: "Es Chrönli". So eins habe ich gewonnen, also, nicht einfach eins, sondern ein goldenes - "es goldigs". Für meine Hörgeschichte "Dr magisch Adventskalender". Natürlich habe ich den Preis nicht alleine gewonnen! Er ging an den Zytglogge-Verlag, der die Geschichte als CD herausgab. Er ging auch an die wunderbare Elena Rutman, die das Hörspiel für Zambo produziert hat und daraus einen akustischen Lecker- respektive Hörbissen gemacht hat. Grosses, grosses Ohrenkino!!!

Verliehen wird "sGoldig Chrönli" von der Vereinigung zur Förderung Schweizer Jugendkultur, die damit kindergerechte Schweizer Mundartproduktionen auf Tonträgern auszeichnet. "Dr magisch Adventskalender" hat den ersten Preis erhalten und das Gütesiegel BE (Besonders empfohlen).

Ich habe heute mit Elena gesprochen. Sie war an der Preisverleihung. Und sie hat dort ein paar mutige Worte gesagt. Nach all den lobenden Worten durch Redner, nach all der Betonung, wie wichtig solche Produktionen sind. Nachdem sie nicht nur das erste "Chrönli 2017" für den 1. Platz, sondern auch das zweite für den dritten Platz erhalten hat, hat sie gesagt: "Mir ist gekündigt worden."

Man könnte sagen: Das war der falsche Ort für solche Worte. Ich behaupte: Es war genau der richtige Ort für solche Worte.

Und wenn  wir grad bei offenen Worten sind: Ich bin im Augenblick an der Kinder- und Jugendbuchmesse "Buch am Bach" in Götzis. Ebenfalls dort ist Michaela Holzinger, eine liebe und vor allem wahnsinnig toll schreibende Autorenkollegin aus Österreich. Wenn sie mir erzählt, wie viel Österreich für das Kinder- und Jugendbuch tut, werde ich grün vor Neid, aber auch bitter und zornig. Ich empfinde die Schweiz in dieser Hinsicht als Wüste.

Ich war nicht an der Preisverleihung (hab ja nicht gewusst, dass es eine gibt, und schon gar nicht, dass ich nominiert war). Ich möchte aber auch gerne etwas sagen, egal wie das bei euch ankommt:

Liebes Amt für Kultur im Kanton SG, in all den Jahren, in denen ich Gesuche um einen Werkbeitrag für meine Texte eingereicht habe, war ich euch nie gut genug. Ein klärendes Gespräch Anfang Jahr hat mir klar gemacht, dass ich auch niemals gut genug sein werde für einen Werkbeitrag (warum das so ist, habe ich leider nur ansatzweise verstanden). Tja, für Preise bin ich gut genug, liebes Amt für Kultur. Das Chrönli ist mein zweiter (nach dem Preis für den besten deutschsprachigen Jugendkrimi 2014). Und deshalb setze ich es jetzt sogar für einen Augenblick auf, obwohl ich nie Prinzessin sein wollte. Einfach, weil es gottvergessen guttut. Tschacka!

PS: Wer den Beweis braucht: Hier klicken.


Montag, 19. Juni 2017

Heimkommen - und Päng die Faust ins Gesicht

Ich war zwei Wochen weg. Das ganze Social Media Gedöns habe ich gelassen, wo es ist: in der virtuellen Welt. Gestern bin ich heimgekommen. Auf mich gewartet hat eine gute Nachricht (eine meiner Geschichten hat einen Preis bekommen) und eine, die mich getroffen hat wie eine Faust mitten ins Gesicht. Sie macht mich fassungslos und unsagbar wütend, sie gibt mir ein Gefühl der Ohnmacht, und ich weiss noch nicht, wie ich damit umgehen soll.

Es ist eine dieser Geschichten, die mich dazu gebracht hat, #no_way_out zu schreiben. Es ist eine Geschichte, wie sie nur eine Gesellschaft schreiben kann, die nicht mit dem Herzen hinsieht. Es ist eine dieser Geschichten, die den Glauben an eine gute Zukunft kaputtmachen. Vor allem ist es eine beschissen unfaire Geschichte.

Und es trifft einen Menschen, den es immer und immer und immer wieder trifft. Ich erinnere mich, diesem Menschen vor nun beinahe zwei Jahren gesagt zu haben, dass das Schicksal nicht ewig so zuschlagen wird, dass er Hoffnung haben soll, dass es gut kommen kann und wird. In diesen zwei Jahren folgten viele Tiefschläge für diesen Menschen. Er hat nie aufgegeben, er hat weiter gekämpft. Er hat es gepackt. Er ist auf einem wirklich guten Weg. Und er hat endlich gefunden, was er gesucht hat. Alles schien gut.

Jetzt ist einmal mehr so viel kaputt. Und ich weiss nicht mehr, was ich noch sagen soll. Einmal mehr ein: "Kämpf weiter, es kommt gut"? Das klingt im Augenblick einfach nur höhnisch und hohl. Aber Aufgeben ist keine Alternative. Im Moment ist da aber einfach nur Wut und jede Menge Ohnmacht.

An die Person, die es betrifft: Ich glaube an dich. Und ich hab dich unendlich lieb. Und ja, du schaffst es. Weil du nicht allein bist. Verdammt noch mal!

Donnerstag, 25. Mai 2017

Fundstück Nr. 61

Wieder einmal ein Fundstück mit Text. Weil es sein muss.

Nach einem dreiwöchigen Lesungsmarathon gönnte ich mir eine Auszeit. Zusammen mit Herrn Ehemann fuhr ich nach Meran. Die Stadt ist eine Schönheit, die Landschaft, in der sie liegt einzigartig. Wir wanderten, sassen in Strassencafés, und assen in von Einheimischen empfohlenen Restaurants. Die Unterkunft war ein Traum. Alles war perfekt. So wunderschön, dass es mir mehr als einmal den Atem raubte.

Und dann kam der Anschlag in Manchester. Er nahm mir den Atem, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Mir schnürte es das Herz zu, weil ich einfach nicht begreife, wie man von einem so zerstörerischen Hass besessen sein kann, in einer Welt, die eigentlich so schön wäre. In einer Welt, in der wir doch alle einfach eins wollen: Liebe und Frieden.

Beim Spazieren stiess ich auf die Bank im Foto, samt dem Gartenwerkzeug. Danach dachte ich den ganzen Tag darüber nach, wie viel friedlicher die Welt wäre, wenn wir alle Poeten und Gärtner wären. Wir müssten beides nicht einmal besonders gut können. Nur versuchen.

Montag, 15. Mai 2017

Ein gutes Zeichen

Heute über den Mittag, zwischen Lesung Nr. 2 und Nr. 3 bin ich als Touristin in Rapperswil unterwegs gewesen. Wunderschöne Altstadt, wunderschöne Seepromenade - und eine Wortaktion, die mir den Atem genommen hat, vor allem, weil ich an einer Wand ein Zitat von Dylan Thomas gefunden habe, der mit einem - anderen - Zitat in meinem neuen Buch vorkommt. Mein Herz sagt mir: Das ist ein gutes Zeichen.